Media Funders | Crowdfunding und Crowdsourcing unabhängigen Journalismus
Media Funders | Crowdfunding und Crowdsourcing unabhängigen Journalismus Media Funders | Crowdfunding und Crowdsourcing unabhängigen Journalismus 7. Juni 2011  -  0 comments
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Media Funders & Creative Commons – Qualitätsjournalismus unter freier Lizenz

Journalismus kostet. Und je hochwertiger Journalismus ist, desto zeit- und kostenintensiver ist er. Ob Nachrichten, investigative Reportagen, Foto- oder Video-Beiträge, wer Medieninhalte in Eigenregie erstellt (Journalist) oder finanziert (Medienunternehmen) hat deshalb in der Regel ein wirtschaftliches Interesse, diese auch zu monetarisieren. Die Inhalte kostenlos bereitzustellen oder anderen gar die Nutzung und Verbreitung unentgeltlich zu erlauben ist damit aus wirtschaftlicher Sicht kaum von Interesse. Doch wie ist es mit Journalismus-Inhalten, die gemeinsam durch die Crowd (Gesellschaft) finanziert werden?

Medieninhalte sind nicht nur ein gesellschaftlich wichtiges, sondern auch ein wirtschaftliches Gut, welches finanziert werden muss. Oft durch Verlage und Medienunternehmen finanziert oder akquiriert ist es das Ziel jedes wirtschaftlich orientierten Unternehmens, dieses Gut auch wieder zu monetarisieren. Ob durch Veröffentlichung in eigenen Medienprodukten für bezahlende Abonnenten oder durch Weiterverkauf von Nutzungslizenzen.

Creative Commons

Die Art, wie Journalismus-Inhalte aber auch andere Produkte oder Werke finanziert werden, hat damit auch Einfluss auf deren Nutzung und Distribution. Während Medienunternehmen Inhalte finanzieren und damit quasi als Urheber bzw. Inhaber von journalistischen Werken diese nur begrenzt an zahlendes Klientel veräussern oder frei geben (bzw. geben können), gibt es auch andere Beispiele, die hochwertige Inhalte unter freien Lizenzen kostenlos bereitstellen und selbst deren unentgeltliche Nutzung und Verbreitung erlauben.

Als freie Inhalte, auch Open Content genannt, bezeichnet man Texte, Bild- und Tonwerke, deren kostenlose Nutzung und Weiterverbreitung urheberrechtlich erlaubt ist. Inhalte werden als frei bezeichnet, wenn der Urheber oder der Inhaber der vollumfänglichen Nutzungsrechte ein Werk unter eine freie Lizenz gestellt hat. Zum Beispiel eine Veröffentlichung unter einer Creative Commons Lizenz.

Creative Commons ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die im Internet verschiedene Standard-Lizenzverträge veröffentlicht, mittels derer Autoren der Öffentlichkeit auf einfache Weise Nutzungsrechte an ihren Werken einräumen können. Anders als etwa die von der Freie-Software-Gemeinde bekannte GPL sind diese Lizenzen jedoch nicht auf einen einzelnen Werkstyp zugeschnitten, sondern für beliebige Werke anwendbar, die unter das Urheberrecht fallen, zum Beispiel Texte, Bilder, Musikstücke, Videoclips, usw.. Ferner gibt es eine starke Abstufung der Freiheitsgrade: Von Lizenzen, die sich kaum vom völligen Vorbehalt der Rechte unterscheiden, bis hin zu Lizenzen, die das Werk in die Public Domain stellen, das heisst, bei denen auf das Urheberrecht so weit wie möglich verzichtet wird.

Das Bereitstellen von freien Inhalten (z.B. unter «Creative Commons Namensnennung-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz») erlaubt die einfache Nutzung und Verbreitung durch Dritte. Gerade im Journalismus-Bereich, wo jeder Journalist daran interessiert sein sollte, dass seine Geschichte von möglichst vielen Leuten gelesen, gesehen oder gehört wird, kann die Bereitstellung der Inhalte unter einer solchen freien Creative Commons Lizenz weiteres Verbreitungspotenzial erschliessen.

Unzählige Journalisten, Autoren, Blogger, Künstler, Designer, Fotografen, Musik- und Videoproduzenten stellen bereits ausgewählte Werke kostenlos unter einer solchen freien Lizenz zur Verfügung. Auch Wikipedia, NDR oder die amerikanische Regierung nutzen freie Lizenzen, um Inhalte kostenlos bereitzustellen.

So stellt die US-Regierung unter Präsident Barack Obama auf whitehouse.gov nicht nur alle Fotos, Videos und Texte unter einer freien – selbst für kommerzielle Zwecke unentgeltlichen – Lizenz zur Verfügung, die USA haben laut Meike Richter auch ein Gesetz, welches besagt, dass „alles, was von Steuergeldern hergestellt wurde, egal was das ist (Unterrichtsmaterial, Geodaten, Portraits des Präsidenten etc.), dass diese Inhalte und Werke irgendwo auch wieder der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden müssen.“ Ganz nach dem Argument: Die Steuerzahler haben es bezahlt, also sollen es die Steuerzahler auch benutzen können.

Das gleiche Prinzip soll auch bei Media Funders zur Anwendung kommen. Einen gemeinsam durch die Crowd (Gesellschaft) finanzierten, unabhängigen Journalismus, wie ihn Media Funders ermöglichen will, soll deshalb nicht nur neue finanzielle Ressourcen für hochwertigen Journalismus schaffen, sondern auch einen einfachen Zugang, sowie eine leichte Nutzung und Verbreitung der Inhalte ermöglichen.

Die bei Media Funders gemeinsam finanzierten und fair entlohnten Journalismus-Projekte (von investigativen Reportagen bis Film-Dokumentationen) werden, nach erfolgreicher Finanzierung und Realisierung, als freie Inhalte unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht. So können die durch die Gesellschaft finanzierten Inhalte von jedem uneingeschränkt gelesen, angehört bzw. angesehen und kostenlos weiterverbreitet werden. Die gefundeten Reportagen sind dadurch gemeinfrei und können zum Beispiel auch von klassischen Medien, Verlagen, Bloggern und anderen Interessenten in deren Medium kostenlos übernommen werden. (Medienpartner sind herzlich willkommen.)

Media Funders ist damit nicht nur für einzelne Personen interessant, die sich gezielt für individuelle Reportagen und Medien-Projekte interessieren, sondern bietet auch Medien eine neue Quelle für qualitativ hochwertige, unabhängige Journalismus-Inhalte.

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About the author

Gründer und Co-Funder von Media Funders, der Crowdfunding- & Crowdsourcing-Plattform für unabhängigen Journalismus, des mq-MEDIALAB sowie mediaquell, dem unabhängigen Medien-Netzwerk für lokale und globale News und Informationen.

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